Mäusefang im Volksschulalter lernen.
Vielfach habe ich von Menschen gehört. „Eine Maus ist im Haus und ich bekomme sie nicht hinaus. Ich habe noch nie eine Falle gestellt und werde das auch nie können“.
Ich hatte hier das Glück durch meinen Großvater das Fallenstellen zu erlernen. Wir lebten damals in eher ärmlichen Verhältnissen, aber für eine Maus oder Rattenfalle war immer ein Geld vorhanden. Heute verstehe ich diese Einstellung meiner Großeltern und Eltern natürlich voll und ganz, denn mit einer geringen Finanzierung konnten die Lebensmittel und sonstige Produkte wirksam geschützt werden.
Heutzutage werden diese von Schadnagern beschädigten Produkte einfach in den Müllsack geworfen. Man geht teilweise soweit, dass man diese Tiere verharmlost, duldet und sogar mitfüttert.
Was für eine verrückte Welt.
Anstatt man Kinder mit dem Gebrauch der Mausefalle vertraut
macht, lernen heute die Buben in der Schule stricken und häkeln. Ich frage mich
wirklich wozu das gut sein soll. Werden die Jugendlichen heute wirklich zum
Trottel erzogen? Ich kenne nicht einen einzigen Mann in meinem
Bekanntenkreis, welcher sich selbst einen Pullover gestrickt hat.
Es wäre doch viel sinnvoller wenn man gelegentlich im Werkunterricht das Stellen der Mausefalle üben würde. Der eine oder andere Jugendliche wird diese Handhabung vielleicht sein Leben lang nicht gebrauchen, genau so wie das sinnlose Stricken und Häkeln. Aber gelernt ist nun mal gelernt. Man könnte zum Beispiel praktische Übungen bei einem Bauernhof durchführen. In jedem jungen Mensch steckt doch ein Wissensdrang und eine gewisse Abendteuerlust. Nebenbei würden sie dann auch noch die anderen Tiere besser kennen lernen.
Hätte nun ein jeder Bürger ein paar Fallen zu Hause und könnte er diese im Notfall auch bedienen, so würde es um die Mäuse und Ratten im wahrsten Sinne des Wortes schlecht aussehen.
Leider ist es aber das Gegenteil. Heutzutage muss also der Fallenerzeuger auf zack sein und dem unerfahrenen Fallensteller unter die Arme greifen. Verschieden Fallen werden deshalb schon fix und fertig mit Langzeitköder geliefert. Allerdings ist es nicht gewiss, ob diese Langzeitköder auch das halten was von den Herstellern versprochen wird.
Es gibt ein
Sprichwort und das heißt. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans im nachhinein“.
Das trifft in der Tat auch
zu.
Ich habe einem Freund den
Marderfang gelernt. Er ging darauf einen Schritt weiter und machte die
Jagdprüfung. Heute ist er Jagdaufseher. Er sagte schon oft zu mir. „Geri, ohne
dich hätte ich nie den Jagdschein gemacht“.
So mancher Gartenbesitzer
und Landwirt hat bei mir den Wühlmausfang gelernt. Es geht hier immer um den
ersten Versuch. Das Alter eines Menschen spielt dabei absolut keine Rolle. Nur
der Wille ist hierbei entscheidend. Der Erfolg bleibt danach nicht aus.
Der Fallenfang ist also
ohne weiteres erlernbar.

Roman und Patrik üben sich
beim „Pullover“ stricken.
Diese Aufnahme ist
natürlich gestellt.
Buben beim Stricken, so was
gibt es höchstens im Märchenbuch.

In Wirklichkeit spielen die
beiden Buben doch lieber Fußball.

Die Handhabung einer
Mausefalle weckt da schon mehr Interesse als stricken und häkeln.
Die Buben zeigen hier
Wieselwippfallen, welche sie zum Rattenfang verwenden.

Das Mädchen Fallen
stellen können, beweist Johi.
Sie führt gerade die starke
Wina Rattenfalle vor.

Hier übt Christine mit einen Kieferle Schussapparat.
Der Schussapparat ist auch bei
leeren Übungen immer gesichert.
Dabei wird der
Schlagbolzenspitz geschont.
Bei Wühlmausfängerkursen
ist mir aufgefallen, dass Damen oft ein größeres Interesse beim Fallenstellen
zeigten als die Herren.
Vielleicht ist es der
Reiz des nicht alltäglichen.
Ich hatte einmal bei einem
Fallenstellerkurs eine ältere Dame dabei, die durch ihre Geschicklichkeit bei
der Handhabung mit der badischen und bayrischen Drahtfalle nur so glänzte.
Diese Dame hat die Fallen so präzise und schnell gestellt, dass ich Mühe hatte
mitzuhalten.
Wie sie mir nach dem Kurs
gestand ist sie gekommen, um ihre Fallenstellerkenntnisse zu verbessern.
Ich dachte mir damals: „Da
konnte wohl eher ich etwas dazulernen“.