Von der Flohfalle bis zur Badewanne.

 

Wie lange ist es eigentlich schon her, seit wir uns der „richtigen“ Hygiene bedienen. Hundert Jahre, fünfzig Jahre oder doch vielleicht weniger?

Ich kann mich noch gut an das Plumpsklo erinnern. Wie bewunderte ich doch als kleiner Knabe das „Gewürm“, welches an dessen Wänden empor kroch. Wenn ich heute so zurückdenke, so war das Haus meiner Großeltern doch schon recht modern. Ja, man musste nicht mehr aus dem Haus um aufs „Häuserl“ zu gelangen, nein wir holten uns im Winter keine kalten Füße. Das Klo befand sich schon direkt im Wohngebäude.

Es gab aber nur wenige „Moderne“ in unserem Dorf. Die meisten Leute mussten nach alter „Manier“ mit ihrem „Scherm“ (Nachtopf) in der Früh noch außer Haus.

 

Auf Flöhe kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern, sehr wohl aber auf die Läuse. Wurden wir Kinder doch von der Mutter, den Tanten und der Großmutter regelmäßig auf Läuse durchsucht. In der Regel hatten wir Buben einen sehr kurzen Haarschnitt und den Mädchen wurden die Zöpfe fest gebunden. Wahrscheinlich wurden Flöhe und Läuse von unseren Frauen im Hause nicht richtig erkannt, denn so manches Mal hörte ich die Worte: „ do hupft a Laus“. Ich könnte mir vorstellen, dass die Tanten damals diese Blutsauger einfach verwechselten. Dies ist alles noch keine 40 Jahre her.

 

Nun drehen wir das Jahr so aufs achtzehnte / neunzehnte Jahrhundert zurück. Es wird eine Hochblüte des Ungeziefers gewesen sein. Da es der Mensch mit der Reinigung in jener Zeit noch nicht so „genau“ nahm, es aber doch schon recht „schlaue“ Köpfe gab, so wurde damals anstatt der „Badewanne“ die Flohfalle oder das Flohei erfunden.

Es handelte sich bei dieser „Erfindung“ zum „Wohle“ der etwas ungepflegten Menschen, doch um ein recht intimes Stück. Die Damen schoben sich das Ei unter ihren Rock, steckten es sich zwischen ihre Brüste oder sogar unter der Perücke.

Die Flohfalle wurde damals vermutlich von allen sozialen Schichten, so weit sie es sich leisten konnten; verwendet. Feinere Damen und Herren verwendeten Fallen aus Elfenbein. Die etwas einfacheren Menschen wiederum Fallen aus gedrechselten Holz.

Unklar ist mir natürlich die Zusammensetzung des Lockmittels, um die Flöhe in die Falle zu locken. Es wird behauptet, dass ein Gemisch von Blut, Honig und anderen Duftstoffen zum Fange der Flöhe verwendet wurde. Was mich an der ganzen Sache etwas irritiert, dass ist die Verwendung des Blutes hierzu. Wo haben die Menschen also dieses Blut her genommen, oder haben sie überhaupt gar keines zum Fang verwendet? War es vielleicht möglich die Tiere mit anderen Mitteln zu fangen?

Ob vielleicht Tierblut zum Fange von Menschenflöhen geeignet ist, dass ist mir allerdings nicht bekannt.

 

Ich habe also an mir selber einen Versuch unternommen und mir hierbei ein paar Mal mit einem spitzen Messer in die Finger gestochen um Blut zu „gewinnen“. Ich wollte wissen, ob so eine Methode überhaupt zum Aushalten wäre. Ehrlich gesagt waren die Versuche alles andere als angenehm. Ich konnte mich an die Stiche nicht gewöhnen. Nun gut. Vielleicht waren die Menschen von damals „zäher“.

Da Blut ja nicht unbegrenzt haltbar ist, so wird die Zusammensetzung dieses Gemisches zum Fange der Flöhe wohl ein kleines „Geheimnis“ bleiben. Ideal wären natürlich originale Dokumente aus jener Zeit, aber wer hat dies auch schon dokumentiert. Die Menschen von damals hatten doch ganz andere Probleme.

 

Mit der steigenden Hygiene der Menschen wurde das „Hilfsmittel Flohfalle“ aus der Gesellschaft verdrängt.

Obwohl das Alter der Falle doch relativ hoch ist, wird sie auch heute noch öfters zum Verkauf durch Antiquitätenhändler angeboten. Dies zeigt uns wiederum, wie viele solcher Fallen im Laufe der Zeit angefertigt wurden.

 

 

 

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Die Flohfalle oder das Flohei.

Dieses Kunstwerk wurde im 19Jht. in einer großen Anzahl hergestellt.

Das „Ei“ auf diesem Bild wurde gedrechselt und ist in einem perfekten Zustand.

Ich erhielt dieses wunderschöne Stück von Herrn Braun Roland aus Deutschland.

 

 

 

 

 

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Hier ist die Flohfalle auseinandergeschraubt.

Links das Oberteil und rechts das Unterteil.

 

 

 

 

 

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Und noch ein Einblick in das „Innenleben“.

Schade, dass die Falle nicht erzählen kann

 

 

 

 

 

Der Flohkratzer.

 

Auch Flohkratzer oder „Kratzstaberl“ (Kratzstöckchen) wurden zum menschlichen „Wohlbefinden“ verwendet. Ich denke aber, dass die Flöhe und Läuse mit diesem Hilfsmittel „eher besser“ auf den Körper „verteilt“ wurden.

Flohkratzer wurden zum Teil aus Elfenbein, Knochen oder Holz hergestellt. Auch diese Werkzeuge wurden von allen sozialen Schichten verwendet.

Genau genommen haben sich diese „Flohkratzer“ bis ins heutige Zeitalter wacker gehalten und werden auch noch rege verkauft.

Allerdings werden diese Geräte heute Rückenkratzer genannt.

 

 

 

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Damals als Flohkratzer, heute als Rückenkratzer bekannt.

Dieses schon beinahe „erotische“ Schnitzwerk erhielt ich von Herrn P. Jürgen.

Herr P. Jürgen brachte den Kratzer von einer Geschäftsreise aus dem asiatischen Raum mit.

Als Herr P. Jürgen von meinem geplanten Schreiben in der Homepage erfuhr, so schenkte er mir spontan sein Erinnerungsstück.

 

 

 

 

 

 

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Ein einfaches aber recht schönes Kunstwerk.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der „wohltuenden“ Kratzhand.

 

 

 

 

 

 

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Diesen edlen Flohkratzer herhielt ich von einem Nachkommen aus dem Adelsgeschlecht der Noisternig.

Als Herr Noisternig von meiner Webseite erfuhr, so schenkte er mir ohne lange zu überlegen diesen „Buckelkrotza“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Kopf von diesem edlen Geschenk wurde aus einem Büffelhorn geschnitzt

 

 

 

 

 

 

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Selbst der „Kratzer“ ist aus Horn gefertigt.

Das Gerät wurde sehr aufwändig gefertigt und ist deshalb in der heutigen Zeit schon eine Seltenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiteres wird noch von Flohbeidl „Flohbeutel“ oder Flohpelzen erzählt, welche aus Tierfellen bestanden. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nur ein einziges „Pelzchen“ dem Zahn der Zeit standhielt.

 

 

 

Wie kommt man aber auf den Namen „Flohmarkt“.

Die meisten Menschen von uns waren schon auf solchen Märkten um zu stöbern.

 

Es gibt dazu verschiedene Geschichten, wie dieser Name „Flohmarkt“ entstanden sein könnte.

 

1.) Einerseits wird erzählt, dass früher die adeligen Herrschaften zu gewissen Zeiten ihre gebrauchten Kleider auf Märkten an die ärmere Bevölkerungsschicht weitergaben oder schenkten. Da diese Wäsche aber nicht gewaschen wurde, so wurden gleichzeitig auch die darin befindlichen Flöhe an die Menschen „weitergeschenkt“. Daher stamme der Name Flohmarkt.

 

2.) Weiteres wird berichtet das es Märkte gab, bei denen Männer mit Affen anwesend waren. Auf diesen Märkten konnten sich die Menschen von den Affen ihre Köpfe auf Flöhe und Läuse „durchsuchen“ lassen. Natürlich gegen Bares. Es wird vermutet, dass durch diese Märkte der Name Flohmarkt entstanden sei.

 

3.) Es gibt noch die Erzählung, dass auf verschiedenen „Jahrmärkten“ auch die Vorführung des „Flohzirkus“ stattgefunden habe. Auch von dort könne der Name Flohmarkt stammen.

 

 

Wie auch immer. An jeder Legende hängt ein „Körnchen“ Wahrheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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