Wühlmäuse
sind zu Schwerarbeit fähig.
Für ihre geringe Größe, können
Schermäuse aber schon recht beachtliche Leistungen vollbringen.
Verschiedene Leistungen, die
mir besonders auffielen.
1.) Die Wühlmaus legt sich im
Herbst größere mengen Vorräte zu. Sie stopft hierbei Löwenzahnwurzeln,
Krokusknollen und so weiter in Ihre Vorratskammer, und das mit einer so
erstaunlichen Kraft, dass man ohne Werkzeug eine große Mühe hat, diese mit den
Fingern herauszuholen. Ich habe in einem Fall bis zu zwei 10 Literkübel Wurzeln
und Knollen herausgeholt. Diese Vorräte waren so fest hineingepresst, dass ohne
Schaufel kein vorwärts kommen möglich war.
2.) Wühlmäuse können auch
Gänge in kürzester Zeit auf mehrere Meter so mit Erde verdichten, dass es
teilweise unmöglich ist, denn Anschlussgang zu finden. Dies kommt am häufigsten
dann vor, wenn von ihnen eine Wühlmausfalle abgewühlt wurde. Es ist schon
bemerkenswert, wie schnell sie die Erde, die sie zum Verstopfen des
Wühlmausganges benötigen, aus dem nichts herbeischaffen können.
3.) Manches Mal hat man das
Glück, die Wühlmaus beim Graben zu beobachten. Sie kann erstaunlich schnell und
ohne große Mühe wie es scheint, direkt unter der Rasenfläche einen Gang ziehen.
Ich bin einmal langsam neben einer Schermaus hergegangen, während sie sich den
Gang bahnte. Ich dachte mir damals, wo nimmt dieses Tier bloß diese Kraft her?
Wir Menschen würden unter so einer Dauerbelastung zusammenbrechen.
4.) Das außergewöhnlichste
Erlebnis, dass ich je mit einer erwachsenen Wühlmaus hatte, werde ich bis an
mein Lebensende nie vergessen. Ich habe vor vielen Jahren eine Wühlmaus lebend
gefangen und in einem Vogelkäfig gehalten. Diese Wühlmaus war ein äußerst
aggressives Tier. Bei jeder Fütterung wollte sie mich beißen. Normalerweise
verstecken sich die in Gefangenschaft gehaltenen Wühlmäuse im Heuknödel, denn
man ihnen als Nest ins Käfig legt. Dieses Tier verhielt sich aber total
entgegengesetzt. Nach zwei Monaten gab ich auf. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt
gerade vier Stallkatzen bei uns auf dem Hof. Mein Onkel holte also die erste
Katze und ich die Wühlmaus. Ich schüttelte also die Maus aus dem Käfig und
siehe da, die Wühlmaus sprang die Katze an und nicht umgekehrt. Die Katze lief
ein paar Meter davon und blieb in sicherer Entfernung sitzen. Mein Onkel holte
also noch die zweit und dritte Katze. Auch diese wurden angefallen und
ergriffen die Flucht. Daraufhin wollte ich die Maus erschlagen, aber mein Onkel
hielt mich davor zurück. Er sagte „Wir haben ja noch den alten Kater und der
hat schon genug Ratten umgebracht. Der wird mit dem Vieh schon fertig“. Derweil
er ihn suchte, passte ich auf die Maus auf, damit sie nicht türmen konnte, denn
die Katzen standen ja abseits. Nach längerer Zeit brachte mein Onkel den Kater
daher und siehe da, dieser tötete die Wühlmaus mit einem einzigen Biss.
So unterschiedlich kann also
das Verhalten der Tiere sein.
Ich muss ehrlich zugeben,
heute würde ich dieser mutigen Wühlmaus das Leben schenken und sie wieder frei
lassen.

Extremleistung.
Dieser Wühlmausgang führte
80cm im steinharten Boden hinunter.
Mit der bloßen Hand alleine zu
graben war schier unmöglich.
Für die Wühlmaus schien dies
kein Problem.
Das Gangsystem hatte einen
Gesamtbereich von über 10m Länge.
Vor ihrem Tod hatte die Maus
noch 3 Obstbäume vernichtet.
Diese Maus aus diesem Bau war
äußerst schlau. Sie konnte nur noch mit dem Schussapparat erlegt werden. Alle
anderen Fallen wühlte sie geschickt ab oder umging sie.