Wie alles begann.
Von Herr Malevez Jean vom 20.10.2005.

Zum Fallenstellen bin ich während meiner Obstbau - Lehre gekommen (So begann ich erst mit 45 Jahren mit der Mäusebekämpfung!). Als ich auf den Steinobstzentrum Breitenhof angefangen habe, war dort der „Mäuse – Teufel“ los. Viele Wochen habe ich mit einem Benzin - Vergasungsapparat, die Mäusegänge mit Abgasen gefüllt und dabei vermutlich sehr viele zusätzliche Lebewesen getötet. Ich bin bei dieser Art der Wühlmausbekämpfung des Öfteren selber fast krank geworden! Das Ganze schien mir von Anfang an ein Nonsens, aber das Arbeiten mit einem Motor und das Füllen der Gänge mit giftigen Gasen hat mir die Illusion gegeben, denn Mäuse so Herr zu werden. Aber Kontrollen, an den am Vortag vergasten Gängen haben mir sehr schnell gezeigt, dass ich da auf dem Irrweg war!!! Die Gänge waren am nächsten Tag oft wieder zugewühlt!
Satt von all diesem Gas und verärgert davon, Giftstoffe in den Boden zu pumpen, habe ich diese Arbeit ganz einfach verweigert. Zu meinem Erstaunen hat der Betriebsleiter das akzeptiert, mir aber gleichzeitig den Aufgabe gegeben, irgendeine Lösung zu finden, womit ich die Mäuse fernhalten oder bekämpfen könnte.
An diesem Tage fing mein langer Weg an, denn ich auch
heute immer noch beschreite….
Als erstes habe ich mir sämtliche Mausefallentypen besorgt, die es in Europa zu kaufen gab. Danach habe ich alle Fallentypen ausprobiert, aber leider entsprach keine davon meinen Vorstellungen. Die einzige brauchbare Drahtfalle, die Schweizerische Ringlifalle oder auch Badische Zangenfalle genannt, war unter der gesamten Auswahl für mich noch am tauglichsten.
Bei den Vorbereitungen für das Vergasen der Wühlmäuse, hatte ich schon öfters mal die Idee: „da mache ich ein schönes Loch … und irgendwann läuft da eine Maus durch …“. Könnte da nicht ein automatischer Hammer installiert werden und die Mäuse erschlagen, statt den Boden zu vergiften? Tja, das war die Idee.
Nach 3 Jahren harter Probezeit und viele hunderte Zeichnungen war die Topcat Falle geboren!
Die ersten Prototypen habe ich alle noch selbst von Hand gebaut. Ich benötigte jeweils einen ganzen Tag um so ein Gerät zu bauen! Aber erfolgreich waren die Fallen vom ersten Moment an. Immer wieder habe ich hochgerechnet … „mit ein paar Fallen mehr“ … würde ich soviel und dann soviel fangen.
Eines Tages habe ich mich dann dazu entschieden, die erste Serie von 100 Stück Topcat Fallen maschinell anfertigen zu lassen. Diese Entscheidung hat mich natürlich ein Vermögen gekostet, aber das Fertigbauen der Fallen hat dann jeweils nur noch eine Stunde in Anspruch genommen. Mit diesen 100 Fallen habe ich dann in Sommer 1999 bei einem Nachbarn gearbeitet. Es war gerade Kirschenernte und die Leute hatten keine Zeit sich mit den Mäusen zu beschäftigen, die Ihnen tüchtig die Bäume unter den Füssen annagten! An diesem Tag habe ich so an die 90 Wühlmäuse gefangen. Am Abend, als die Pflücker von den Bäumen herunter kamen, waren sie über meinen Erfolg auf das höchste erstaunt!
Nun war mir klar, dass ich mit der Entwicklung der Topcat Falle etwas Einzigartiges geschaffen habe.
Am 1. April 2000 (!) habe ich die Topcat GmbH mit meinen letzten „Fränklis“ gegründet. Sehr bald bekam ich so viele Bestellungen, dass ich beinahe nicht mehr wusste, womit ich überhaupt zuerst anfangen sollte. 3 Jahre hindurch habe ich unzählige Fangkurse in ganz Europa gegeben und dabei selber enorm viel dazugelernt. Von Hamburg bis ins Südtirol, von Frankreich bis nach Österreich, ich war auf hunderten geschädigten Flächen und habe unzählige überforderte Bauern kennen gelernt.
Was mich dabei aber am meisten verblüffte. Keiner von ihnen wusste nur annährend etwas über diese Nagetiere. Die Tiere hatten dutzende verschiedene Namen. Häufig auch die gleichen Namen für unterschiedliche Tiere, u.s.w.
Schnell habe ich mir Information über sämtliche Mäusearten besorgt und mich bald schon mit vielen Wissenschaftlern in Verbindung gesetzt. Das Internet und meine guten Sprachkenntnisse (D, F, E, NL) haben mir dabei sehr geholfen. Ich habe hierbei ein paar sehr hilfsbereite Wissenschaftler kennen gelernt, die mich mit ihrem hohen Wissen großzügig unterstützt haben. Und so bin ich selbst in die wissenschaftliche Arbeit hineingerutscht. Heute arbeite ich mit der Biologischen Bundesanstalt in Münster, mit dem Agroscope Wädenswil und zeitweise auch mit französischen Wissenschaftlern zusammen.
Ich gebe noch immer Fangkurse und halte ab und zu noch Vorträge über Mäuseprobleme in der Landwirtschaft.
Ich lebe vom Verkauf der Topcat – Fallen.
Weiters entwickelte ich zuzüglich zum Fallenfang noch eine weitere Technik. Mäusezäune kombiniert mit Fallen. Hierbei geht es darum, die gesäuberten Flächen gegen zurückkehrende Mäuse zu schützen.
Die erzielten Resultate sind überzeugend.
Diese neue Technik ist eine Ergänzung zum Fallenstellen.
Das Fallenstellen wird aber immer erforderlich bleiben und die Arbeitsabläufe, die ich über eine jahrelange Praxis entwickelt habe, bleiben für mich nach wie vor bestehen. Die Grundausrüstung, - Topcat – Falle, Lochschneider und Sonde, ein kleiner Wagen mit Materialien und Fähnchen.
Dazu noch einige andere Fallen um den Maulwurf zu fangen, weil dieser mit der Topcat - Falle etwas schwieriger zu fangen ist.
Mein zusätzliches Sortiment von Fallen zum fange des Maulwurfes besteht aus 2 Stück Niederländische Fallen, die Ringli – Falle und noch ein paar verschiedenen Schussapparaten.
Schussapparate sind gefährliche Geräte und deshalb verwende ich sie nur im äußersten Notfall an. Vor allem sollten solche Selbstschussfallen nicht in die Hände von Kindern geraten.
Mit freundlichen Grüßen
Malevez Jean