Begrenzter Schutz bei Wühlmäusen ist
durchaus möglich.
Allerdings ist so ein Schutz mit einem mehr oder
weniger großen Arbeitsaufwand verbunden.
Junge Obstbäume kann man dadurch schützen, indem man sie mit einem so genannten Gitterkorb einpflanzt. Hierbei bleibt der Arbeitsaufwand gleich, da sowieso ein Loch gegraben werden muss. Allerdings bleibt der Baumstamm außen trotzdem gegen einen Rindenverbiss ungeschützt. Aber besser als nichts ist es auf jeden Fall.
Weiteres kann man die Gartenbeete mit einem so genannten Schneckenblech das nach außen gewinkelt ist umranden. So ein Schutz kann schon ein etwas teurerer Spaß werden, aber dafür wird es für die Wühlmaus recht schwierig über so ein glattes Blech zu klettern. Da Wühlmäuse oberirdisch sehr schnell herumlaufen können, so wäre für die Tiere damit schon der erste Stolperstein gelegt. Über Betonumrandungen wie sie oft üblich sind klettern die Mäuse ohnehin wie der Blitz. Bei so einer Blechwand muss sie sich schon die Mühe machen und unterhalb ein Loch graben. Das ist aber wiederum für die Maus gefährlich, denn der natürliche Feind schläft nicht und ein zu langer Aufenthalt außerhalb der Erde kann ihr das Leben kosten. Die Wühlmaus hat viele Nachtjäger als Feinde.
Weiteres besteht noch die Möglichkeit mit dem so genannten Wühlmausbohrer bei jeder Gartenzeile ein ca. 25 bis 30cm tiefes Loch zu bohren. Dieser Bohrer sollte auf die handelsüblichen Kunststoffrohre angepasst sein. Er müsste also von einem Schlosser von Hand angefertigt werden. Dieser Wühlmausbohrer sollte mindestens einen cm größer im Umfang sein als die Rohre selber. Ansonsten gibt es beim Einbau eine gewaltige Würgerei. Es ist auch darauf zu achten, dass die Rohre etwas tiefer gesetzt werden. Auf keinen Fall aber darf der Rand des Rohres über den Gehweg hervorstehen. Die Wühlmaus sollte ja ins Loch fallen und nicht ums Loch laufen!
Es werden auf einen größeren Acker an die 50 Rohre benötigt. Man kann sich sozusagen 10x Sauna sparen, denn diese Arbeit ist schweißtreibend. Allerdings funktioniert so was nur bei einem weichen Boden indem sich nicht zu viele Steine befinden. Im Gebirge, wo schon nach 10cm der Felsen zum Vorschein kommt, kann man so eine „Hilfsmassnahme“ also nicht anwenden.
Sind nun alle optimalen Bedingungen vorhanden und die Löcher sind mit den Rohren ausgestattet, so kann dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen.
Ich kenne mehrere Personen, die auf diese Art ihren Acker einigermaßen in den Griff bekommen haben. Den restlichen Teil der Mäuse müssen sie aber nach wie vor mit der Falle bejagen.
Warum wird von diesen Leuten ein so aufwändiges
Fallgrubensystem gebaut.
Mir wurde das folgendermaßen erklärt.
In der Nacht verlässt nun die Wühlmaus ihren schützenden Bau und kommt an die Erdoberfläche um mit ihrer Futtersuche zu beginnen. Dabei durchläuft sie diese mit Fallgruben bebauten Wege und fällt so unwillkürlich in eine Grube hinein.
Es sieht ganz so aus, als ob die Wühlmaus diese
Fallgruben nicht orten kann.
Die Wühlmaus versucht zwar die glatten Rohrwände hochzuspringen, aber es gibt für sie kein entrinnen mehr.
Diese Fallgruben müssen selbstverständlich jeden Tag mindestens 2 Mal nach hineingefallen Mäusen durchsucht werden. Dazu benötigt man auch einen breiteren Stock, damit die Mäuse auch sicher ins Jenseits befördert werden können. Danach kann man sie mit einer langen Spagettizange herausfischen. Die tägliche Kontrolle sollte also kein Problem sein, denn man muss im Sommer ohnehin den Garten gießen.
Ein Bekannter von mir hat im Rheinvorland einen Gemüseacker. Dieser Acker ist von Weideland umgeben. Unter normalen Umständen hätte er keine Chance auch nur einen einzigen Salatkopf zu ernten. Mit diesem ausgeklügelten Fallgrubensystem kann er jedes Jahr einige hundert Wühlmäuse im Ansturm stoppen.
Erste
Möglichkeit.

Diese Teile benötigt man zum
Bau eines Fallgrubensystems.
Kunststoffrohre ca. 25cm bis
30cm lang mit ca. 12cm Durchmesser.
In diese Rohre wird beidseitig
am oberen Rand ein ca. 8mm großes Loch gebohrt, um später diese Rohre wieder
problemlos aus dem Boden zu heben.
Einen Wühlmauslochbohrer.
Dieser sollte mindestes 1 cm breiter sein als die Kunststoffrohre.
Zwei Hacken, um die Rohre
wieder auszubauen.
Im Notfall könnte man die
Rohre auch mit einer Kombizange anheben.
Eine lange Zange um die toten
Mäuse herauszuheben.
Nicht zu vergessen einen
breiten Stock um die Mäuse in der Fallgrube schnell zu töten.

Dieses Rohr ist richtig
eingebaut.
Hier fällt die Wühlmaus
problemlos in die Grube.

Nahansicht der Grube.

Dieses Rohr ist falsch
eingebaut.
Die Maus wird die Fallgrube
umlaufen.

Nahansicht der schlecht eingebauten
Grube.
Zweite
Möglichkeit.

Zwei bis drei Tage nach der
Heuernte werden die Felder nach Wühlmaushügel abgesucht.
Diese Hügel wurden am dritten
Tag ausfindig gemacht.
Es handelt sich hierbei um eindeutige
Wühlmaushaufen.
Der linke und mittlere Hügel sind
frisch, der rechte etwa eine Stunde alt.
Mit dem Fallenstellen sollte
nicht gewartet werden.

Dieselben Haufen hier noch zum
Vergleich mit dem Kameradeckel.
Der Objektivdeckel hat einen
Durchmesser von 62mm
Wühlmaushaufen beginnen
bereits ab einer Größe von einer 5 Mark Münze.
Daher werden sie schnell
übersehen und das Tier kann sich gemütlich ausbreiten.
Dritte
Möglichkeit.

Der wichtige Suchstock.
Diese Möglichkeit verwende ich
zum Beispiel bei Buchenstauden, Obstbaumreihen, Gartenbeeten, Blumenbeeten und
Feldabgrenzungen.
Der Wühlmausbefall von
Ziersträuchern und so weiter wird oft sehr spät bemerkt.
Bei Buchenhecken bemerkt man
es erst, sobald die Blätter nicht mehr richtig treiben.
Wer denkt den schon daran,
dass sich gerade hier Schermäuse aufhalten können.

Mit dem Suchstock findet man
zu 98% im dichten Gestrüpp jeden Wühlmausgang.
Das Risiko einen Gang zu
übersehen ist natürlich gegeben, aber der Stock lässt sich in den seltensten
Fällen täuschen.
Sobald der Stock ruckartig
nachgibt, wird an dieser Stelle im Abstand von ca.3 bis 4cm mehrfach nach
gestochen.

Anmerkung.
Zur Vorbeugung gehört auch
eine „flotte“ Fallenausrüstung.
Was nützt es mir, wenn ich
zwar die Wühlmaus ausfindig gemacht habe, aber es mangelt mir dann an den
richtigen Fallen.
Für das Geld welches so
mancher in Alkohol umsetzt, könnte man sich die beste Ausrüstung zulegen.
Aber Bierflaschen aufmachen
ist halt leichter und das Trinken tut dem Rücken auch nicht weh.
Diese Bild zeigt einen kleinen
Bruchteil meiner Fangausrüstung. Bei mir ist jede Falle im Top – Zustand.
Es kann vorkommen, dass sich Wühlmausgänge
unter Bretter befinden.

Versteckter Wühlmausgang unter
einem Brett.
Ich wollte mir zum Fischen ein
paar Würmer sammeln und siehe da, als ich das Brett anhob, kamen diese
Wühlausgänge zum Vorschein.
Es waren sonst aber weit und
breit keine Erdhügel vorhanden.
Weitere nicht eindeutig
bewiesene Möglichkeiten zum vorbeugenden Schutz gegen die Wühlmaus.

Abgefressener Mangoldspinat.
Im weißen Kreis eine
eingegrabene Kunststoffflasche welche den Spinat vor der Wühlmaus schützen
sollte.
Angeblich sollten die
Geräusche welche der Wind durch den offenen Flaschenhals erzeugt, die Wühlmaus
aus diesem Bereich vertreiben.
Dem war nicht so, obwohl es ja
immer wieder solche Märchenerzähler gibt die solche Sachen behaupten.
Zu diesem Blödsinn gehören
auch die so genannten „Windräder“.
Fakt ist. „Der Schuss ging voll in die Hose“.

Eine weitere Möglichkeit wäre es,
Pflanzen, die für Wühlmäuse unangenehme Düfte ausströmen einzupflanzen.
Wie weit so ein Schutz
überhaupt ausreichend ist mir unbekannt.
Selbst die Frage, wie diese
Pflanze den überhaupt heiße konnte mir der Gartenbesitzer nicht
beantworten.
Der Name dieser Pflanze
lautet: Euphorbia lathyris
( Kreuzblätterige Wolfsmilch )
Ein durchaus guter Schutz
für Obstbäume ist der Gitterkorb.
Allerdings sollte das Gitter
bis oben zum Stamm gut verschließbar sein, da es sonst der Wühlmaus möglich
ist, vom Stamm aus zu den Wurzeln vorzudringen. Das Gitter sollte möglichst
hoch am Stamm hinaufgezogen werden, aber so, dass das Wachstum des Baumstammes
nicht beeinträchtigt wird.
Aber was nützt das beste
Gittergeflecht, wenn sich eventuell ein Feldhase an diesem so gut geschützten
Baum zu schaffen macht.
Wie sagt man so schön. „Nix is fix“.

Jänner 2005
Beim Gittergeflecht sollte
nicht gespart werden.
Es handelt sich hierbei um
eine vorzügliche Arbeit.
Es wurde nicht am falschen Ort
gespart.
Dieses Bild erhielt ich von
Herr Ritter G. aus Lustenau.

Jänner 2005
Bei solch einem Gelände ist
ein guter Schutz gegen Wühlmäuse unbedingt notwendig.
Auch dieses Bild erhielt ich
von Herr Ritter G. aus Lustenau.

Anfang März 2005
Das Gittergeflecht könnte
ruhig 10 cm am Baumstamm nach oben gezogen werden.
Dieses Bild machte ich bei der
Landwirtschaftsschule in Hohenems.

Anfang März 2005
Der gleiche Baum in der
gesamten Größe.
Auch bei solch einem offenen
Gelände ist ein guter Schutz wichtig.

02.08.2007
Ein von Hand gefertigter
Gitterkorb für Jungbäume.
Dieser Korb wurde großzügig
gebaut und kann somit auch im oberen Teil gut verschlossen werden.
Diese Aufnahme erhielt ich von
Herrn Linge Alfred aus Deutschland.

Ein Blick in den Gitterkorb.
Einfach perfekt.
Herr Linge
Alfred zeigt, dass jeder Gartenbesitzer solche Körbe selbst fertigen könnte.