Erfahrene
Wanderratten schützen ihre Artgenossen vor dem sicheren Tode.
Ratten
können bei Gefahr Fallen außer Gefecht setzen.
Sie sind imstande den
Mechanismus der Fallen zu erkennen und diesen zu blockieren oder sogar auszulösen,
ohne dass sie dabei einen Schaden erleiden.
Dieses Phänomen ist mir schon
des Öfteren aufgefallen. Ich beschreibe dazu ihre Vorgangsweise.
1.) Wenn ich die Aufgabe habe
einen größeren Rattenbestand mit Fallen zu vernichten, so beginne ich in der
Regel mit der geräuschlosen Wippfalle. (Vom Waidmann wird sie Wieselwippfalle
genannt und zum Wieselfang verwendet) Unser Schreiner hat mir zum Rattenfang
extra Wippfallen mit einem größeren Einschlupf angefertigt, damit auch
mittelgroße Ratten gefangen werden können. Erwachsene Ratten gehen nur sehr
ungern in diese Falle, kleine bis mittelgroße hingegen recht oft.
Hierbei ist es einmal
vorgekommen, dass der Eingang mit Steinen blockiert wurde. Vorerst dachte ich
an einen schlechten Scherz meiner Mitarbeiter, denn solche Scherze vertrage ich
bei der Rattenjagd ganz und gar nicht. Aber nach genauem Überlegen konnten
diese ja unmöglich wissen, wo ich die Fallen postiert habe. Somit kamen nur
noch die erfahrenen Alttiere in Frage. Und das läuft nach meiner Überlegung so
ab.
Ich stelle in der ersten Phase
der Bekämpfung die Wippfallen auf die Laufweg der
Wanderratten. Die ersten Jungtiere denen es an Lebenserfahrung fehlt, laufen
schnurstracks in ihr Verderben. Nachdem natürlich immer nur eine Ratte in einer
solchen Falle gefangen werden kann, so haben die Alttiere genügend Zeit diesen
verhängnisvollen Mechanismus kennen zulernen und greifen danach zum
Selbstschutz. Ich bin heute sogar überzeugt, dass sich die Tiere in der Falle
mit den Tieren außerhalb noch verständigen und diese sogar warnen. Da die
Jungratten noch zu dumm sind um diese Warnung zu verstehen, so übernehmen die
Alttiere die Aufgabe zum Blockieren der Falle. Sie schleppen Steine bis zu
einer Wallnussgröße herbei und schieben diese in den Falleneingang. Würde jetzt
doch noch ein Jungtier einschlüpfen, so könnte die Falle nicht mehr schließen.
Im Gegenteil. Die Jungratte kann wieder schadlos herausklettern.
Nachdem die Ratten meine
„sanfte Tour“ des Tötens begriffen haben und sozusagen nichts mehr läuft,
greife ich sofort zu den harten Bandagen. Es handelt sich hierbei um große
starke Schlag und Stolperdrahtfallen, die den Ratten nach und nach das Ende
bereiten. In diesen beschriebenen ersten Fall tötete ich 181 Wanderratten mit
Wipp und Schlagfallen.
2.) Besonders ist mir das
blockieren der Fallen bei den Komposthaufen aufgefallen. Wehe ich habe hierbei
eine Schlagfalle schlampig gestellt und eine Wanderratte kam mit dem „blauen
Auge“ davon. Sofort haben die noch überlebenden eine Gegenoffensive gestartet
und damit begonnen die Fallen mit Kompost zu füllen. Das machten sie dann so
geschickt, dass in den meisten Fällen die Schlagfalle nicht einmal auslöst
werden konnte. Sie schoben den Kompost über den todbringenden Auslöser ohne
diesen jedoch mit ihrem eigenen Körper direkt zu berühren.
Wenn so eine Situation
eintritt ist es besser, 14 Tage zu warten und danach wieder einen Neustart
durchzuführen. Es ist also sehr wichtig, die Fallen vom Anfang an sauber zu
stellen. Es bleibt dem Fallensteller ein großer Ärger erspart.
Ratten haben eine
außergewöhnliche Überlebungsstrategie.
Sie machen immer das Gegenteil
von dem was sich der Mensch wünscht.
Haben Ratten in Garten
Schlupflöcher gemacht und man verschließt diese Löcher, so werden sie von den
Ratten sofort wieder geöffnet. Fühlt sich die Ratte aber durch den Menschen
bedroht, so verschließt sie diese Schlupflöcher und öffnet an einer anderen
Stelle ein anderes Loch.
Die Wünsche des Menschen:
Bleibt uns aus dem Haus – aber
sie kommen rein.
Geht in die Falle – sie aber
umgehen die Falle.
Fresst unser Gift – erfahrene
Ratten denken, fresst es selber.
Verschwindet vom Kompost –
aber sie untergraben ihn und bleiben hier.
Haut aus dem Stall ab – aber
nein, sie sind bei der Nutztierfütterung parat.
Verlässt die Stadt – nein,
nein, sie fühlen sich bei uns wohl und bleiben.
Ich bin natürlich überzeugt,
dass nur frei lebende wilde Wanderratten fähig sind so eine
Überlebungsstrategie zu entwickeln. Sie stehen mit dem Menschen im ständigen
Clinch und sind daher immer in akuter Lebensgefahr.
Der Fallensteller hat
natürlich nicht nur Nachteile sondern auch Vorteile. Er muss sich zwar recht
oft mit diesen außergewöhnlichen schlauen Tieren in einer längeren
Bekämpfungsphase herumschlagen, aber am Schluss dieses Kampfes hat er die
exakte Stückzahl soweit er diese notiert auf Papier. Da gibt es keine
geschätzte Stückzahl mehr. Das ist dann Fakt.
Beim Gift auslegen heißt es
immer so schön:
„Es könnten,..... wahrscheinlich waren,..... vermutlich sind,...... ziemlich
sicher,......höchstwahrscheinlich,.......grob geschätzt,.........gewiss waren“
.....so viele Ratten..... werden es gewesen sein.
Nun ich denke, dass man auf so
eine Statistik verzichten kann.
Die folgenden zwei Aufnahmen
einer „Rattenfallenblockade“ stammen aus einem alten Schacht.

Die Wieselwippfalle.
Diese Falle ist hier scharf
gestellt.
An und für sich wird dieses
Gerät auf dem Laufweg nicht beködert.
Beim „Durchlaufen“ der Tiere
schließt sie automatisch.
Die Falle muss!!! jeden Tag auf
einen möglichen Fang kontrolliert werden.
Das gefangene Tier wird hernach
mit einem einzigen Hieb getötet.

Selbige Falle.
Ein kluges Alttier hat diese
Wippfalle als Todesfalle erkannt und daher mit wallnussgroßen Steinen
blockiert.
Auf diese Art kann keine Jungratte
mehr gefangen werden.
Diese Aufnahmen stammen aus
einem geschlossenen Komposthaufen.

Ratten sind nur am Anfang der
Fangphase unvorsichtig.
Sobald die erste Ratte
allerdings gefangen wurde, kann es zu Komplikationen kommen.
Welche Ratte stirbt auch schon
gerne.
Auf diesem Bild zu sehen.
Das seitliche Abdeckbrett für
die Wina Rattenfalle.
Die Federn und der noch
eingerastete Auslösehacken der Wina Rattenfalle.
Der Kompost, welcher zum
Schutz für die übrigen Sippenmitglieder von einem erfahrenen Alttier auf und
neben die Falle gescharrt wurde.

Nachdem das seitliche
Abdeckbrett entfernt wurde.
Die Wina Rattenfalle im
scharfen Zustand.
Der darauf gescharrte Kompost.
Diese Falle kann kein Jungtier
mehr auslösen.
Somit haben die alten Ratten
ihr Ziel mit Erfolg erreicht.
Die Falle aus der „guten
alten Zeit“.
Tja die gute alte Zeit. Was
war auch schon daran so gut. Armut? in welche so mancher Mensch heutzutage langsam
aber sicher wieder hineinschlittert?
Wirklich gut waren damals jedoch
die „alten“ Handwerker.
Hat nun jemand ein
Rattenproblem in einem geschlossenen Raum wie zum Beispiel dem grünen Komposter
und verfügt er nachher wie ich noch über ein altes nicht zu großes Tellereisen
aus der Rüstkammer seiner Ahnen, dann hat er mit Sicherheit einen Trumpf in der
Hand, welcher jede erwachsene Ratte „schlägt“. Dieses Tellereisen wird also im
Komposthaufen unterm Laufweg der Ratten unbeködert vergraben und gut getarnt. Das
sonst so schlaue Alttier läuft somit ohne die Gefahr zu erkennen in den
sicheren Tod.
Diese nachfolgenden Bilder zeigen
die letzte Ratte aus einem geschlossenen Komposter.

Das hochintelligente Alttier
im Tellereisen.
Dieses Tier war ungeheuer
schlau und konnte daher nur noch mit einem Tellereisen zu Fall gebracht werden.
Solche Eisen dürfen nur in
geschlossenen Räumen verwendet werden.
Es darf durch das Eisen kein
natürlicher Jäger wie Katze, Marder, Iltis, Wiesel oder Hofhund gefährdet
werden.
Wie heißt es so schön: „Der
Feind meines Feindes ist mein Freund“.

Ansicht von oben.
Dieses männliche Tier hatte
eine Gesamtgröße von 44cm.
Tellereisen sind in der
heutigen Zeit mit Recht verboten und dürfen daher nur ganz gezielt für die „gerissensten“ (schlauesten) Ratten verwendet werden.
Jeglicher Missbrauch wie zum Beispiel der Marderfang mit solchen Eisen sollte
daher bestraft werden. Mensch bedenke. Nicht jeder Marder ist ein „Automarder“.